11. September 2007, 07:14 Uhr

Diesen Sommer waren vielerorts grosse Überschwemmungen, über die meisten habe ich nicht berichtet (ein Grund ist weil es zu viele waren, der andere Grund ist weil ich hier nicht allzu viele Katastrophen News niederschreiben möchte).
Die Überschwemmungen in Mauretanien finde ich aber erwähnenswert (zumal auch die Medien kaum darüber berichteten ).

Um eine Dürre wie im Vorjahr abzuwenden rief der Präsident von Mauretanien alle Mullas im Lande dazu auf, Allah um Regen zu bitten. Dies hätte er aber besser nicht gemacht, denn nachdem die Gebete gesprochen waren fiel der Regen in Form einer Flut auf das Land nieder.

Am schlimmsten erwischt hat es die Stadt Tintane. In Tintane stieg das Wasser bis an die Dächer der Lehmhütten. Daraufhin stürzten fast alle Hütten unter dem Druck der Wassermassen zusammen und die Bewohner mussten in die Sahara- Wüste fliehen. Laut der UNO ergriffen 15′820 Personen die Flucht. Die Stadt war dann auch nur noch mit Booten erreichbar.

Die grosse Flut war bereits vor 5 Wochen, weil es in der Zwischenzeit aber immer wieder regnete hat sich die Lage seither nicht entspannt. Tintane ist auch heute noch ein grosser See. Das Spital, ein Warenlager des World Food Programms (WFP), die Moschee und die Schulen sind unter Wasser, das grösste Problem ist derzeit auch, dass die Anlage zur Wasseraufbereitung ausgefallen ist.
Weil auch die Marktplätze von Tintane unter Wasser stehen, droht auch 10′000 Menschen aus der Umgebung eine grosse Hungersnot.

Tunesien und Marokko haben Zelte und Decken zur Verfügung gestellt und Not- Camps eingerichtet. Es fehlt aber an Kühlschränken für Impfstoffe gegen Cholera und an Moskitonetzen und Desinfektionsmitteln gegen Malaria.

Ausserhalb von Afrika nahm man die Überschwemmung kaum wahr, dies liegt auch daran, dass die Mauretanier die Spielregeln der (Katastrophen-) Kommunikation nicht kennen. Der einzige Nachrichtendienst welcher über die Wassermassen berichtete war der Uno-Nachrichtendienst Irin.

Das untere Bild zeigt ein Not- Camp in der Wüste Sahara:

Flüchtlings Camp in der Wüste

via Pressemeldung von Irin

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