8. Juni 2007, 19:12 Uhr

Um einen Liter Coca Cola herzustellen werden 2,19 Liter sauberes Trinkwasser benötigt. Es landet also nicht einmal die Hälfte des verwendeten Wassers in den Flaschen.

Nun möchte der Weltkonzern dies ändern und ging dazu eine Allianz mit der Umweltorganisation WWF ein. In diese Zusammenarbeit investiert Coca Cola 14,8 Millionen Euro. Ziel der Allianz ist es, in Zukunft sparsamer mit dem Wasserverbrauch umzugehen und die Bemühungen zur Wiederaufbereitung von Wasser zu verstärken.
Zudem plant Coca Cola lokale Projekte zum Schutz von Wasserreserven zu unterstützen. Unter anderem gehört zu diesen Projekten das Auffangen von Regenwasser, Wiederaufforstung und eine verbesserung des Wasssereinsatzes in der Landwirtschaft dazu.

Allein letztes Jahr verbrauchte Coca Cola (und seine Abfüller) 290 Millionen Liter Wasser. Der Grossteil von dieser Wassermenge wird für Reinigung, Kühlung oder Erhitzung in der Produktion verwendet. Der Konzernchef Neville Isdell sagte vor den Medien:

“Unser Ziel ist, jeden Wassertropfen zu ersetzen, den wir in unseren Getränken und in der Herstellung benötigen”

(Habe ich jetzt bei obigem Satz etwas falsch verstanden, oder sind es nur grosse Töne welche da ausgespuckt werden? Wie soll es gehen, in einem Süsswasser- Getränk jeden Wassertropfen zu ersetzen?)

Vor allem in Indien leidet Coca Cola unter einem sehr schlechten Image (Pepsi ist dort mit grossem Abstand Markführer). Bereits wurden auch die ersten Kritiker laut, das “India Resource Center” weist daraufhin, dass diese Aktion nur eine Weisswaschaktion sei und verweist auch gleich auf einem Vorfall aus dem Jahr 2004 in welchem die Indische Regierung eine Coca Cola Abfüllanlage schliessen musste, weil mitten in der DürrezeitWasser vergeudet wurde.
(Das “India Resource Center” wie auch das “Centre for Science and Environment” in Delhi haben mehrere Berichte zum sorglosen Umgang mit Wasser sowie Verunreinigungen der Coca Cola Getränke mit Pestiziden veröffentlicht.)

Selbst in Amerika wird es für Coca Cola ungemütlich, mehr als 20 Hochschulen haben einen Boykott gegen den Konzern erlassen, dabei wurden Lieferverträge von teilweise mehr als 10 Mio. Dollar gekündigt. Grund dafür ist die Wasserkrise in Indien und Menschenrechtsverletzungen in Abfüllanlagen in Lateinamerika.

Bleibt nur zu hoffen, dass diese Aktion nicht nur PR und eine Weisswaschaktion ist….

via reuters

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Bisher 1 Kommentar zum Artikel

  1. Pingback von Der Blog des toten Idioten » Archiv » Greenwashing

    […] sich mit weißer Weste dar. Dieser interessante Blog verweist z.B. auf diverse andere Aktionen. Coca Cola initiiert Wasserprojekte mit dem WWF in Indien, die Bild-Zeitung kooperiert mit Greenpeace [Anmerkung von mir: Ist das nicht ein Widerspruch in […]

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